Nicht vergütbare Legierungen sind metallische Werkstoffe, deren mechanische Eigenschaften – insbesondere Härte und Festigkeit – nicht durch klassische Wärmebehandlungsverfahren wie Lösungsglühen, Abschrecken und anschließendes Ausscheidungshärten (Vergüten) maßgeblich beeinflusst werden können. Stattdessen basieren ihre Eigenschaften vorwiegend auf der chemischen Zusammensetzung sowie auf kaltverfestigenden Umformprozessen wie Walzen, Ziehen oder Biegen.
Eigenschaften
- Nicht wärmebehandelbar im klassischen Sinne – Festigkeit und Härte bleiben bei thermischer Behandlung weitgehend unverändert
- Kaltverfestigung als Hauptmechanismus – Mechanische Eigenschaften lassen sich durch Kaltumformung gezielt steigern
- Gute Korrosionsbeständigkeit und Maßstabilität – Besonders relevant für Anwendungen mit thermischer oder chemischer Beanspruchung
- Hohe Umformbarkeit im weichen Zustand – Vor allem bei niedrigem Kaltverfestigungsgrad
- Gleichmäßige Gefügestruktur – Auch nach thermischer Beanspruchung
Typische Werkstoffgruppen
- Aluminiumlegierungen der Reihen 1xxx, 3xxx, 5xxx – z. B. EN AW-1050, -3003, -5754
- Kupfer- und Messinglegierungen – z. B. Cu-ETP, CuZn37
- Austenitische Edelstähle – z. B. 1.4301 (X5CrNi18-10), die nicht durch Vergüten härtbar sind
Anwendungsbereiche
- Apparate- und Behälterbau – Tanks, Rohrleitungen, Verkleidungen
- Elektro- und Energietechnik – Leiter, Stromschienen, Kontaktteile
- Luftfahrt und Fahrzeugbau – Strukturbleche und Verkleidungen mit guter Korrosionsbeständigkeit
- Bauwesen und Fassadentechnik – Aluminium-Profile, Fassadenbleche
- Lebensmittel-, Chemie- und Medizintechnik – Bauteile mit hoher Beständigkeit gegenüber Medien und Temperatur
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